
Renate Gier, Lieder auf der Flucht XV, Wachscollage, 2019
Zwei Künstlerinnen verschiedener Generation bespielen gemeinsam das Kunsthaus: Renate Gier-Francke mit federleichten Collagen zu oft bedeutungsschweren Texten und Giulia Zabarella mit einer raumfüllenden Soundinstallation zu Eindrücken und Begegnungen aus dem Südkaukasus. Themen wie Liebe, Flucht und Erinnerung fließen in Malerei, Grafik, Skulptur, Sound und Performance ein.

Renate Gier, G15, Wachscollage, 2004
Für ihre Collagen schreibt die Künstlerin Renate Gier-Francke Textfragmente ohne Punkt und Komma mit Pinsel und Farbe auf feines Japanpapier, unterlegt Teile mit Blattsilber, fügt Bilder hinzu und lässt die Schichten mit Wachs zu einem Ganzen verschmelzen. In ihren skulpturalen Arbeiten verbinden sich einzelne Buchstaben zu raumfüllenden Architekturen. Seit vielen Jahren setzt sich Gier-Francke mit den Gedichten von Paul Celan und Ingeborg Bachmann auseinander, deren literarisches Werk von den Erfahrungen des Nationalsozialismus geprägt ist. Auch das jahrtausendealte Gilgamesch-Epos, das die Suche des jungen Königs von Uruk nach Unsterblichkeit erzählt, dient ihr als Inspirationsquelle.

Giulia Zabarella, Come to the Places of Pain, 2020 © Ulrich Gebert (2020)
Wo Gier-Francke mit literarischen Zeugnissen arbeitet, wendet sich Giulia Zabarella in Performances oder Sound- und Videoarbeiten den physischen Räumen zu, die Geschichten in sich tragen. Im Rahmen einer Residency in Georgien und Aserbaidschan macht sie sich 2019 auf die Suche nach Erzählungen und Eindrücken zum Thema Grenze, zu vergessenen Räumen, verlassenen Häusern und Ruinen. Ihre Soundarbeit „Come to the places of pain“ bringt ihre eigene Lebenswelt mit Eindrücken aus dem Südkaukasus in einen poetischen Zusammenklang. Dazu tauchen auf geknüllten Zetteln Erinnerungsfragmente auf, die auch die Betrachter*innen zu Fragen anregen: Wie ist der uns selbst umgebende Raum geprägt, welche Geschichten sind hier verborgen oder verschwunden? Teil der Arbeit „Come to the places of pain“ ist eine Autofahrt durch den Stadtraum, die am Eröffnungsabend auch durch Fürstenfeldbruck führen wird.
Veranstaltungen:
Donnerstag, 19.03.2026, 19:00-21:00 Uhr
Eröffnung mit Performance "Und die Blumen riechen trotzdem. Renate Gier-Francke und Giulia Zabarella", Kosten: Eintritt frei, wir bitten um Anmeldung
Sonntag, 26.04.2026, 15:00-16:00 Uhr
Öffentliche Führung zur Finissage "Und die Blumen riechen trotzdem. Renate Gier-Francke und Giulia Zabarella", Kosten: 5,- € zzgl. Eintritt
Freitag, 05.06.2026, 19:00-21:00 Uhr
Musikabend "Lieder auf der Flucht", Texte von I. Bachmann, vertont von Rudolf Dangel, zu Werken von Renate Gier-Francke im Rahmen der Ausstellung "Und die Blumen riechen trotzdem. Renate Gier-Francke und Giulia Zabarella", Kosten: 5,- € zzgl. Eintritt
Sonntag, 05.07.2026, 15:00-16:00 Uhr
Öffentliche Führung zur Finissage "Und die Blumen riechen trotzdem. Renate Gier-Francke und Giulia Zabarella", Kosten: 5,- € zzgl. Eintritt