Erleuchtet! Faszination elektrisches Licht

Lily Koebner-Linke, Im Caféhaus, 1. Viertel 20. Jh., Museum Fürstenfeldbruck

Lily Koebner-Linke, Im Caféhaus, 1. Viertel 20. Jh., Museum Fürstenfeldbruck

Museum im Kunsthaus

Eine Ausstellung im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts "Hell & Dunkel" des Museumsverbunds "Landpartie - Museen rund um München"

Seit jeher versuchen Menschen Dunkelheit durch Licht zu vertreiben. Künstliche Lichtquellen ermöglichten es, die Nacht zu Tag zu machen und ließen Tätigkeiten zu, die in der Finsternis kaum oder gar nicht möglich waren.

Der Wunsch, es immer dort hell zu haben, wo und wann man möchte, trieb die Entwicklung des künstlichen Lichts mit der zunehmenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert rasch voran. Die Erfindung der Glühbirne war ein technischer Meilenstein in diesem Prozess.

Nicht nur öffentliche Plätze, Theater oder Fabriken konnten nun erleuchtet werden, eigene verfügbare Lichtquellen schufen auch neue Möglichkeiten für einen Rückzug ins Private. Zugleich entwickelte sich ein reges Nachtleben auf hell erleuchteten Boulevards. Geselligkeit im öffentlichen Raum erhielt immer neue Facetten.

Ludwig von Senger, Elektrisch beleuchtetes Kreuz an der Leonhardikirche in Fürstenfeldbruck, um 1900, Museum Fürstenfeldbruck

Ludwig von Senger, Elektrisch beleuchtetes Kreuz an der Leonhardikirche in Fürstenfeldbruck, um 1900, Museum Fürstenfeldbruck

Die Überwindung der Nacht soll im Zentrum der Ausstellung stehen, die mit historischen und modernen Beleuchtungsmitteln, mit Gemälden, Grafiken und Fotografien von der frühen Moderne bis zur Gegenwart der Frage nachgeht, wie das Ordnungsprinzip von Hell und Dunkel, von Aktivität und Schlaf auf den Kopf gestellt wurde, wie sich Wahrnehmung und Lebensalltag durch allzeit verfügbares künstliches Licht grundlegend veränderten. Auch Künstler:innen waren fasziniert vom Licht, ließen sich inspirieren oder experimentierten mit Licht.

Um 1900 war die elektrische Versorung von privaten Haushalten nur unter dem Aspekt der Beleuchtung relevant. Erst nach der Jahrhundertwende kamen zunehmend elektrische Geräte zum Einsatz. Die Elektrifizierung Fürstenfeldbrucks war ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Infrastruktur.

Bau des Kraftwerks in Schöngeising, 1891-1892, Stadtwerke Fürstenfeldbruck

Bau des Kraftwerks in Schöngeising, 1891-1892, Stadtwerke Fürstenfeldbruck

Der historische Kontext der Elektrifizierung spielt für Fürstenfeldbruck eine besondere Rolle, gehörte die Marktgemeinde durch das Wirken Oskar von Millers zu der handverlesenen Gruppe von Orten, die um 1900 bereits eine eigene Elektrizitätsversorgung besaßen. Am 16. Oktober 1892 brannte erstmals die Straßenbeleuchtung in Fürstenfeldbruck!

Oskar von Miller bemühte sich bei seinem Vorzeige-Kraftwerk Schöngeising um eine einfache, wenig störanfällige Stromanlage. die Wasserkraft der Amper trieb die Turbinenanlage an. Das Maschinenhaus enthält noch heute die ursprüngliche Millersche Turbinenanlage.

Lampe von Jean Perzel, Museum Fürstenfeldbruck

Lampe von Jean Perzel, Museum Fürstenfeldbruck

Der gebürtige Brucker Jean Perzel (1892-1986) erlernte das Handwerk der Glasmalerei bei der renommierten Firma F.X. Zettler in München und spezialisierte sich ab 1923 in Paris auf Lampen-Design. Er machte sich dort einen Namen als einer der bedeutendsten Lampenkünstler des Art Deco. 

VOILA_REP_ID=C1257DCD:00510A60