Die Nacht zum Tag machen - Kulturgeschichte der künstlichen Helligkeit

Lily Koebner-Linke, Im Cafe, um 1910, Museum Fürstenfeldbruck

 

Die Erfindung der Glühlampe ist eine Errungenschaft des 19. Jahrhunderts, die nicht nur in den pulsierenden Metropolen dieser Welt dem natürlichen Wechsel von Tag und Nacht ein Ende setzte. Die Entwicklung der künstlichen Beleuchtung wirkte sich auf die ganze Gesellschaft aus. Grell erleuchtete Tankstellen und Einkaufszentren, Schichtarbeit und Nachtclubs und ganz allgemein die „Lichtverschmutzung“ sind Facetten dieser Entwicklung.

Die entgrenzte Nacht soll im Zentrum der Ausstellung stehen, die mit historischen und modernen Beleuchtungsmitteln, mit Gemälden, Grafiken und Fotografien von der frühen Moderne bis zur Gegenwart der Frage nachgeht, wie das Ordnungsprinzip von Hell und Dunkel, von Aktivität und Schlaf auf den Kopf gestellt wird, wie sich Wahrnehmung und Lebensalltag grundlegend verändern. Eigene verfügbare Lichtquellen schaffen Möglichkeiten des Rückzugs. In Bildern und Installationen erlebt man, wie im Schein künstlicher Beleuchtung die Privatisierung der Gesellschaft (z.B. das Leseverhalten) vorangetrieben wird. Aber auch gänzlich neue Akteure bevölkern die erhellte Nacht.

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