Frau darf... 100 Jahre Künstlerinnen an der Akademie

Damenmalschule des Künstlerinnenvereins, 1901, Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München

Im Winter 2020 jährt es sich zum hundersten Mal, dass Frauen an der Akademie der Bildenden Künste in München als Studierende zugelassen wurden. Künstlerinnen konnten vor diesem Zeitpunkt nur an einer der zahlreichen privaten Malschulen studieren. Im Gegensatz zum gebührenfreien Akademiebesuch war das Studium an den Malschulen teuer. Nur wohlhabende Malschülerinnen konnten sich so eine Ausbildung leisten.

Malerinnen im Dachauer Moos, um 1906, Münchner Stadtmuseum

Dies war nicht immer so: 1813 wurde Maria Ellenrieder als erste Frau an der Münchner Akademie immatrikuliert. Bis 1839 folgten ihr 47 Studentinnen (von ingesamt rund 2.500 Studenten), mit einer Ausnahme: Der Bildhauerin Elisabeth Ney gelang es als einziger Frau, sich zwischen 1839 und 1920 offiziell einzuschreiben. Von 1839 bis 1919 blieb Frauen über mehrere Generationen hinweg der Zugang zur Münchner Kunstakademie versperrt, unabhängig davon, wie talentiert oder entschlossen sie waren, Künstlerin zu werden.

Selma Des Coudres mit Pfeife, um 1910, Privatbesitz

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Forderungen nach dem Frauenwahlrecht und einer verbesserten Frauenbildung immer lauter. Es formierten sich unterschiedliche Vereine für "Fraueninteressen". Der Erste Weltkrieg mit seiner "Emanzipation auf Zeit", in der Frauen ihren Mann stehen mussten, und vor allem die Ausrufung der Republik beschleunigten den Emanzipationsprozess. Die Novemberrevolution des Jahres 1918 brachte den Frauen schließlich die formale Gleichberechtigung und das Wahlrecht. Nun konnte auch die Akademie der Bildenden Künste Frauen den Zugang nicht mehr länger verweigern.

Im Oktober 1920 öffnete sich die Akademie nun wieder auch weiblichen Studierenden. Unter den 70 frisch immatrikulierten Student*innen befanden sich 17 Frauen. Von Gleichstellung war in der männerdominierten Gesellschaft aber noch lange keine Rede. Die Ausstellung beschreibt die Bedingungen an der Akademie der Künste und macht sichtbar, wie hart umkämpft der Kunstmarkt in den 1920er Jahren war. Nicht zuletzt wird deutlich, welchen Themen sich die Künstlerinnen widmeten und wie sich das Selbstverständnis der Frauen in der Kunst wandelte.

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