non konform - Russische Kunst (1977-2014) aus der Sammlung Breitscheidel

"Die ewige Frage des Don Quichote", Vladimir Kurdyukov, 1999, Sammlung Breitscheidel, Fürstenfeldbruck

Museum im Kunsthaus

Als Gegenbewegung zum staatlich diktierten sozialistischen Realismus entwickelten sich in der Sowjetunion ab den 1950er Jahren verschiedene Kunstrichtungen, die unter dem Sammelbegriff Nonkonformismus zusammengefasst werden. Während systemkonforme Künstler zahlreiche Privilegien genossen, erhielten die nonkonformen Kunstschaffenden keine staatliche Anerkennung, und die Teilnahme an öffentlichen Ausstellungen wurde ihnen verwehrt.

"Unsere Lokomotive", Valery Valius, 2003, Sammlung Breitscheidel, Fürstenfeldbruck

Nach den Glasnost- und Perestroika-Reformen und dem Zerfall der Sowjetunion Ende der 1980er Jahre entspannte sich die Situation, die Schranken zwischen Ost und West lockerten sich. Zum einen verlor die „Gegenkunst“ ihren doktrinären Widerpart im Land, zum anderen brachte die Konfrontation mit einem kommerziellen internationalen Kunstmarkt Veränderungen mit sich.

"Die Leiter zum Himmel", Vladimir Kurdyukov, 2007, Sammlung Breitscheidel, Fürstenfeldbruck

Staatliche Behörden schränken nach wie vor die künstlerische Freiheit ein und versuchen darüber zu bestimmen, was offizielle Kunst ist oder was als „kulturell wertlos“ abgestempelt werden kann. Dennoch gelingt es mittlerweile einer zweiten Generation nonkonformistischer Künstler, sich in Russland und im Westen zu behaupten. Die Unterschiede zwischen der russischen einerseits post-sowjetischen und andererseits westlich-orientierten Kunst verwischen, unterstützt von digitaler Vernetzung, Globalisierung und Reisefreiheit. Wenige Künstler haben ihre nonkonforme Prägung beibehalten.

"Die Flüchtlinge", Valery Valius, 2015, Sammlung Breitscheidel, Fürstenfeldbruck

Anhand von etwa 70 ausgewählten, überwiegend figurativen Kunstwerken aus der Sammlung der Fürstenfeldbrucker Künstlerin Lusine Breitscheidel gibt die Ausstellung Einblicke in die Entwicklung und oft sehr persönlichen Positionen dieser unbekannten russischen Kunstszene jenseits der Stereotypen und zeigt deren erstaunliche Vielfalt. Im Zentrum stehen die Arbeiten von Vladimir Kurdyukov und seinem Sohn Nikita, der 1999 zum Studium an die Kunstakademie nach München kam.

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