Identitäten: Wald-Bilder

Adriaen van de Velde (1636-1672), Der hl. Hieronymus, Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern

Identitäten: Wald - Bilder
Gemäldeausstellung im Rahmen der Gemeinschaftsausstellung Identitäten des Museumsverbundes „Landpartie – Museen rund um München“

 

 

Johann Wilhelm Schirmer (1807-1863) oder Caspar Johann Nepomuk Scheuren (1810-1887), Die Waldkapelle, um 1829, Sammlung Rheinromantik Bonn

Landschaft in der Malerei ist oft identifizierbar, doch nie identisch mit der vorgestellten Natur- oder Kulturlandschaft. Landschaftsbilder transportieren Vorstellungen und Befindlichkeiten, die mit der dargestellten Natur wenig zu tun haben. Insbesondere Waldlandschaften und auch einzelne Bäume wurden seit der Zeit der Romantik um 1800 mit deutscher Kultur und Wesensart gleichgesetzt, eine Grundstimmung, die bis heute zum Ausdruck kommt. Das Motiv des „marschierenden“ deutschen Waldes, der für militärische Wehhaftigkeit stehen soll, findet man in Gemälden der Romantik, ebenso wie auf Propagandabildern des Ersten und Zweiten Weltkrieges.

Fritz von Uhde (1848-1911), Flucht nach Ägypten, 1890, Gemäldegalerie Dachau

Der wilde Wald, der als Versteck dient, kann eine Metapher für Freiheit und Widerstand sein. Im Märchenwald steht der Wald für Ängste, aber auch für Mut. Die Waldeinsamkeit ist ein Symbol für Abkehr vom weltlichen Getriebe. Im Baumporträt gewinnen die alte, knorrige Eiche und die windgebeugte Birke menschliche Eigenschaften.

Gerhard Richter (geb. 1932), Grauwald 2008, Nr. 4.1.08, © Gerhard Richter 2018 (22022018)

Die Ausstellung mit Gemälden, Grafik und Fotografie aus eigenen Beständen, Privatsammlungen und Museen führt die Vielfalt der Wald- und Baummetaphorik vor Augen und spürt der Herkunft der Vorstellungen nach.

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