Die Millers - Aufbruch einer Familie

Zur Ausstellung bietet das Stadtmuseum regelmäßige Führungen und ein umfangreiches museumspädagogisches Programm. (Bitte anmelden!)

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog (19.- €)

Die Millers - Aufbruch einer Familie
Der soziale und wirtschaftliche Aufstieg der Familie Miller aus Fürstenfeldbruck hat sich in kürzester Zeit und in beeindruckender Weise vollzogen.

Vom Goldschmiede-Lehrling stieg Ferdinand von Miller (1813-1887), ältester Sohn eines Uhrmachers aus Fürstenfeldbruck zum weltweit agierenden Gießerei-Unternehmer auf, der mit den bayerischen Königen nahezu freundschaftlich verkehrte und mit den berühmtesten Künstlern seiner Zeit erfolgreich zusammen arbeitete. Über hundert monumentale Denkmäler, darunter die Bavaria auf der Theresienhöhe in München (enthüllt 1850), die Löwen-Quadriga auf dem Münchener Siegestor (enthüllt 1852), das Goethe-Schiller-Denkmal in Weimar (1857), die Türen des Kapitols in Washington (enthüllt 1863) und an die tausend kleinere Bronzeskulpturen hat der Erzgießer nach Entwürfen berühmter Bildhauer gegossen.

Die Erzgießer-Laufbahn Ferdinand von Millers begann 1832. Johann Baptist Stiglmaier (1791-1844), ein Bruder der Mutter hatte den Goldschmied nach seiner Lehrzeit als Ziseleur in der Kgl. Erzgießerei in München eingestellt. Stiglmaier leitete die von Kronprinz Ludwig, dem späteren König Ludwig I. von Bayern gegründete Erzgießerei seit 1825. Mit Leo von Klenzes Bronzeoblisken auf dem Karolinenplatz in München (aufgestellt 1833), Christian Daniel Rauchs Denkmal für König Max I. Joseph auf dem Max-Joseph-Platz in München (enthüllt 1835) und anderen großformatigen Güssen hatte sich die Erzgießerei schon bald nach ihrer Gründung einen Namen gemacht.

Mit dem Guss von Ludwig von Schwanthalers kolossaler Bavaria für die Ruhmeshalle auf der Theresienhöhe in München gelang es Ferdinand von Miller, ein Wahrzeichen für ganz Bayern zu schaffen. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts gab es kaum ein „Event“, das so publikumswirksam in Szene gesetzt wurde. Nach der Auszeichnung eines Bronze-Löwen vom Münchener Siegestor auf der Londoner Weltausstellung 1851 kamen Aufträge aus aller Welt.

Auch Oskar (1855-1934), der jüngste Sohn des berühmten Erzgießers, entwickelte sich zum einflussreichen und weltbekannten Unternehmer, allerdings auf einem anderen Sektor. Fasziniert von den neuesten Erfindungen auf dem Gebiete der Elektrizität, machte sich der angehende Bauingenieur bald einen Namen als genialer Promoter der Elektrotechnik. Mit Rathenau baute er das erste Elektrizitätswerk Deutschlands. Seine 1891 erstmalig realisierte Drehstromübertragung über weite Distanzen brachte den Durchbruch in der Energieversorgung. Bis in die zwanziger Jahre plante und realisierte Millers Büro zahlreiche Elektrizitätswerke und umfassende Versorgungsnetze, darunter schon 1892 eines für Fürstenfeldbruck, die Geburtsstadt des Vaters. Die internationalen Kontakte und sein glänzender Ruf ermöglichten es Oskar von Miller schließlich, mit der Gründung des Deutschen Museums 1905 Naturwissenschaft und Technik als Teil der Kulturgeschichte auf internationaler Ebene zu etablieren.

Mit über 250 Objekten, originalen Modellen und Bronzegüssen aus der Kgl. Erzgießerei, zeitgenössischen Gemälden und Stichen, vermittelt die Ausstellung ein anschauliches Bild von den künstlerischen, handwerklichen und unternehmerischen Leistungen der Erzgießerdynastie von Miller. Im Original erhaltenen und heute noch funktionsfähigen Elektrizitätswerk Oskar von Millers in Fürstenfeld (heute Energiemuseum) geben Geräte, Fotos und Filme Einblick in die Frühzeit der Elektrifizierung.

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