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Hans von Petersen-ein Marinemaler in Bayern

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Die aktuelle Ausstellung des Fürstenfeldbrucker Stadtmuseum offenbart ungewöhnliche Einsichten: Zur Zeit des Deutschen Kaiserreichs lässt sich der aus der schönen Nordseestadt Husum stammende Maler Hans von Petersen (1850-1914) in München nieder und versetzt seine süddeutschen Zeitgenossen mit Gemälden von Seglern und Seegefechten in Begeisterung. Der Panorama- und Marinemaler erlebt einen atemberaubenden gesellschaftlichen Aufstieg. Er wirkt in den Jurys der jährlichen und der großen internationalen Kunstausstellungen im Glaspalast und fungiert viele Jahre als Präsident der Münchener Künstlergenossenschaft. Prinzregent Luitpold verleiht ihm den Titel „Königlicher Professor“ und 1902 erhebt er ihn schließlich in den Adelsstand. 1905 lässt sich Hans von Petersen von dem Architekten Karl Stöhr, der großzügige Hotelbauten und das „Deutsche Theater“ in München entworfen hatte, eine feudale Künstlervilla in Emmering bei Fürstenfeldbruck bauen, die heute noch Staunen hervorruft.
 
Petersen hat keine öffentliche Kunstakademie besucht. Er absolvierte private Kunstschulen und bildete sich so zum professionellen Marinemaler aus. Zu seinen Lehrern zählte der dänische Marinemaler Anton Melbye (1818-1874), anschließend lernte er in London. Es folgten Seereisen nach Nord- und Südamerika, nach Indien und an die Westküste Afrikas. 1884 hielt sich Petersen an der westafrikanischen Küste auf und verfasste Reiseberichte und Illustrationen für die „Leipziger Illustrirte Zeitung“. Die dort angefertigten Skizzen und Aquarelle dienten ihm später als Grundlage für größere Gemälde und Panoramen.
 




Hans von Petersen, Empfang des Kronprinzen Ludwig von Bayern
im Kieler Kriegshafen, 1888, Kieler Stadt-und Schifffahrtsmuseum


1886 siedelte sich Petersen in München an und lebte hier mit Unterbrechungen
bis zu seinem Tod 1914. Vermutlich lockte ein Gemäldeauftrag für das „Panorama Deutscher Kolonien“ den Maler in die süddeutsche Kunstmetropole. Soweit bisher bekannt verfügten nur München und Berlin über Riesenateliers, in denen die monumentalen Bilder mit 15 Metern Höhe und 120 Metern Länge gemalt werden konnten. In den folgenden Jahren wirkte der Maler an nicht weniger als acht monumentalen Panoramen federführend mit.
Im Jahr 1888 war Petersen zum ersten Mal auf der Kunstausstellung im Glaspalast in München vertreten. Sicherlich nicht zufällig betrat er Münchens Künstlerbühne mit einem Marinebild politischen Inhalts, mit dem großen GemäldeEmpfang des Prinzen Ludwig von Bayern durch das Geschwader im Kieler Hafen“. Im Jahr 1888 hatte mit Wilhelm II. ein Kaiser die Macht übernommen, der die Marinemalerei höchstpersönlich unterstützte. Er hatte sich zum Ziel gesetzt, Deutschland zur Weltmacht auf den Meeren zu machen und setzte alle medialen Bereiche dafür ein, die Bevölkerung seines Landes für das Meer und maritime Themen, insbesondere für die Notwendigkeit einer mächtigen deutschen Flotte zu begeistern. Auch Petersen zählte zu den Künstlern, die mit imposanten Gemälden und Panoramen von Seegefechten die Flottenbegeisterung anfachten.
 




Hans von Petersen, Auf hoher See, Privatbesitz


Hans von Petersen, Vernichtung einer französischen Streitmacht
durch Paul Benecke 1471, Marineschule Mürwick


 In den letzten Lebensjahren wandte sich Petersen von der politischen Marinemalerei ab und zeigte nur mehr Landschaften und romantisierende Seestücke, die das Meer in seiner „unendlichen, maßlosen Einsamkeit“ zeigen.
Petersens berufliche Karriere war glanzvoll, dennoch setzte er 1914 aus Angst vor drohender Erblindung seinem Leben ein Ende und erschoss sich in seinem Büro im Münchener Glaspalast.
 
Wie viele erfolgreiche Künstler des 19. Jahrhunderts ist auch der Marinemaler Hans von Petersen heute nur wenigen Kennern ein Begriff. Seine Skizzen, Studien und Gemälde sind nie systematisch gesammelt worden. Persönliche Dokumente, Briefe, Fotografien, Tagebücher oder Geschäftsunterlagen sind nicht überliefert.
Das Stadtmuseum Fürstenfeldbruck hat nun aus Privatbesitz und zahlreichen öffentlichen Sammlungen über dreißig großformatige Öl- und Pastellgemälde und zahlreiche Aquarell- und Bleistiftstudien zusammen getragen, um eine weitgehend in Vergessenheit geratene Künstlerpersönlichkeit zu würdigen. Eindrucksvolle, gekonnt gemalte Bilder von Meeren und Schiffen wie Barken, Gaffelschonern und Schaluppen führen in eine maritime Welt, die zwar längst vergangen ist, aber heute noch einen Zauber ausübt. Darüber hinaus wird eine Kunst beleuchtet, die ihr Selbstverständnis, ihre Inhalte und künstlerischen Formen an offiziellen politischen Auftraggebern orientierte. Es wird anschaulich, dass es dieser Kunst weniger auf technische und historische Wahrheit als auf eine plakative und eindrucksvolle Bildwirkung ankam.
Begleitprogrammm zur Ausstellung:
Am Donnerstag, 30. September 2010, 19.30 Uhr,  liest der Schauspieler Herbert Kromann Dokumente, Zeitzeugnisse, rationale und irrationale Bekundungen in Prosa und Lyrik - passend zum Ausspruch Wilhelms II. „Der Dreizack des Neptun gehört in unsere Faust!“.
 
 
Katalog zur Ausstellung
„Hans von Petersen (1850-1914) - Ein Marinemaler in Bayern“, Fürstenfeldbruck 2010 (12.-€)
 
 
Gefördert von: Bezirk Oberbayern, Kulturfonds Bayern, Landkreis Fürstenfeldbruck, Sparkasse Fürstenfeldbruck




Hans von Petersen, Hochseeschlepper und Gaffelschoner, Altonaer Museum


Hans von Petersen, "Cimbria", 1882, Privatbesitz


Hans von Petersen, Aufkommender Sturm, NordseeMuseum-Nissenhaus, Husum


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