Landpartie

Sommerfrische - Winterfreuden

Bruck um 1920

Hauptstraße in Bruck um 1900

Mit der Industrialisierung des ausgehenden 19. Jahrhunderts war das Leben in den großen Städten nervenaufreibend geworden. Staub, Dampf und Rauch erfüllten die Luft.

Geräusche aller Art und rastlos hastende Menschenmengen waren ständige Begleiter der Bewohner. Nahe liegend war es, dass die Menschen Erholung von diesem Getümmel suchten.

Wer Mittel und Zeit hatte, der gönnte sich eine Sommerfrische von mehreren Tagen oder Wochen auf dem Lande. Die weniger Begüterten starteten zur sonntäglichen Landpartie zu einem ruhigen Ort in der näheren Umgebung. Familien, Gesellschaften und Vereine zogen in großer Zahl an den Sonn- oder Feiertagen mit der Eisenbahn, im Pferdewagen von München nach Fürstenfeldbruck, Emmering, Schöngeising, Maisach und nach Grafrath, um von dort auf Dampfschiffen zum Ammersee zu gelangen. Mit Postkarten, Werbeschriften und Reisebüchlein warb man für die landschaftlichen Reize der Gegend.
Die Bewohner von Stadt und Land räumten für Wochen ihre Wohn- und Schlafräume; eine zusätzliche Einnahmequelle durch den Tourismus war natürlich willkommen.
Die Motive für einen Ausflug ins Grüne waren vielfältig. Das milde Klima, die reizvolle Amperlandschaft und die Wasserqualität der Amper, der damals noch heilende Wirkung bescheinigt wurde, waren Voraussetzungen, um Touristen zur Sommerfrische oder zu einer Landpartie in das Brucker Land zu locken. Objekte, Photographien, Grafiken und Objekte und Inszenierungen zum Luft- Licht-, Sonnen- und Wasserbaden, zu Radfahrern und Automobilisten und zu modischen Aspekten der Freizeitkultur um 1900, zu Biergärten und Unterkünften sollen dieses heute kaum mehr vorstellbare 'Idyll' vergegenwärtigen.

Richard Riemerschmidt, Amperauen, 1893/94

Plakat: Amper Ammersee Schifffahrt, 1894

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