Schlangenhaut und Kaisergelb

Entdeckungen des Keramikkünstlers Gusso Reuss (1885-1962)

Gustav Otto (Gusso) Reuss
* 19. Juni 1885 Göggingen bei Augsburg
+ 28. April 1962 Fürstenfeldbruck

Seit 1908 studierte Reuss in Berlin und London das Fach Chemie und arbeitete schon während seiner Studienzeit für die Glasindustrie.

Noch vor dem Ersten Weltkrieg reiste Reuss unter anderem auch nach Ostasien, um für ein englisches Konsortium Glashütten zu reorgani-sieren. In der chinesischen Stadt Sotschou entdeckte er sein Faible für altchinesische Töpfer-waren der Sung-Zeit (960-1279) und begann nun mit großer Leidenschaft, die glasurtechnischen Besonderheiten der leuchtenden Kupferrot- Glasuren zu erforschen.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges gründete Reuss in München einen eigenen keramischen Betrieb, den er 1924 nach Schöngeising nahe Fürstenfeldbruck verlegte. In experimentellen Variationen der Tonmischung, der chemischen Zusammensetzung der Glasur und einem auf-wändigen Kohle-Brand suchte er den Geheimnissen der altchinesischen und im folgenden auch der babylonischen, persischen und japanischen Töpfer auf die Spur zu kommen. Tatsächlich gelangen ihm mit dem „Sungrot“ und „Claire de Lune“, dem „Kang-Shi-Rot“ und „Rauchgrau“, dem „Persischblau“ und „Kaisergelb“, der „Schlangenhaut“ und „Libellenhaut“ und dem „Aventurin“ erstaunliche Glasurergebnisse, die ihn als Keramiker weltweit berühmt machten.

1927 erregte er mit der Präsentation seiner „Sungrotglasuren“ auf der Leipziger Messe großes Aufsehen. Zahlreiche Ehrungen und Preise folgten. Bis zu seinem Tode präsentierte Reuss seine Stücke auf bedeutenden kunstgewerblichen Ausstellungen. Kunstgewerbemuseen des In- und Auslandes haben Reuss-Keramiken von ihm selbst angekauft und auch später noch gesammelt.

Leihgeber:
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe
Die Neue Sammlung, München
Museum für Kunsthandwerk Interim, Leipzig
Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg
Ofen- und Keramikmuseum, Velten
zahlreiche private Leihgeber

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